Bei Sport- und Bewegungsangeboten auf dem Marktplatz geht es vor allem darum, eine Lücke zwischen Sportvereinen und kommerziellen Angeboten zu schließen. Insbesondere die Fitnessbranche ist in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen, jedoch wird das Training im Gym häufig alleine und nicht gemeinschaftlich durchgeführt. Vor allem Jugendliche wünschen sich in Befragungen häufig so genannte Calisthenics-Anlagen, die das Trainieren mit dem eigenen Körpergewicht ermöglichen. Je nach Standortgröße ist es sinnvoll, eine solche Anlage mit einem Outdoor-Fitness-Container zu kombinieren.
Der Container beinhaltet in seiner Grundstruktur einige Halterungen für Klimmzüge und Hangelübungen, die jederzeit zugänglich sind. Hinter einem Rolltor werden weitere Fitnessgeräte wie Hanteln, Yogamatten, Springseile und mehr positioniert, die als freigeschaltete Dorfbewohner:innen ausgeliehen werden können. Insbesondere in der Anfangszeit ist es sinnvoll, den Zugang zu den Geräten auf wenige Akteure zu beschränken. Im Pilotprojekt in Stade wurden hierfür Kooperationen mit verschiedenen Menschen aus dem Sport- und Fitnessbereich aufgebaut (Studios, Vereine, Personal-Trainer, Sportlehrkräfte aus den Schulen, Sportjugend, Kreissportbund etc.). Im Sinne des All-Profit-Ansatzes bieten diese Akteure je einmal wöchentlich ein Schnuppertraining an und ermöglichen so die Nutzung der Materialien unter Aufsicht. Oftmals entwickeln sich im Verlauf Dauernutzende der Anlage, die schon aus eigenem Interesse verantwortungsvoll mit den Materialien umgehen. Diese können dann als Multiplikatoren fungieren, so dass schrittweise die Nutzungszeiten erweitert werden können. Dies gilt auch für zielgruppenspezifische Angebote, zum Beispiel für Senior:innen, Schwangere oder als Integrationsprojekt.

Die Ausstattung des Fitnesscontainers gelingt besonders gut in Kooperation mit lokalen Sportfachgeschäften. Auch kann innerhalb der Stadtgemeinschaft gezielt nach Materialspenden gefragt werden, da viele Menschen die mit großem Ehrgeiz angeschafften Geräte oftmals nach einiger Zeit wieder loswerden möchten.
Innerhalb des Dorfgedankens ergeben sich vielfältige Synergieeffekte mit anderen Nutzungsmöglichkeiten. So kann die Bühne von Trainer:innen mit Headset für ein Gruppenangebot genutzt werden, auch Lauftreffs oder eine bewegte Pause für umliegende Betriebe und Behörden sind gern gesehene Angebote.


