Die Lösung
Mit FlexCity haben wir einen Problemlöser entwickelt, der all die umschriebenen Themenfelder aufgreift und in einem schlüssigen Gesamtkonzept aufgreift. Mithilfe von modularen Strukturen wie umgebauten Schiffscontainern errichten wir in unseren Innenstädten urbane Dörfer und gestalten Reallabore für den Marktplatz der Zukunft.
Für die Realisierung dieser Vision haben wir mit dem Pilotprojekt Ankerplatz Stade erste wichtige Erfahrungen und Learnings gesammelt, die in die Skalierung dieses Vorhabens unmittelbar mit eingeflossen sind.
Marktplätze als zentraler Ausgangspunkt
Die Marktplätze einer Stadt waren in der Vergangenheit der zentrale Ort für Begegnung und Austausch, in Wahlkampfzeiten werden sie durch Kundgebungen und Infostände zur Bühne bzw. zur Arena für die Demokratie. Im Alltag haben sie jedoch einen Großteil ihrer Funktion eingebüßt und werden zumeist nur temporär bespielt, zum Beispiel für Stadtfeste oder besondere Ereignisse. Selbst der Wochenmarkt ist in vielen Städten und Gemeinden bereits dem Personalmangel sowie der Konkurrenz der großen Supermarktketten zum Opfer gefallen.
Neubelebung als Gemeinschaftsprojekt
Für mehr Kooperation und Zusammenhalt haben wir die Neugestaltung der Marktplätze als großes Community- und Gemeinschaftsprojekt angelegt. Bei FlexCity sprechen wir vom so genannten All-Profit-Ansatz, der eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten ermöglicht.
Für das Vorhaben stellt die Stadt bzw. Gemeinde eine zentrale Fläche in der Innenstadt kostenlos zur Verfügung. Hierbei können vom Rat Bedingungen formuliert werden, z.B. die weitere Nutzungsmöglichkeit für Demos, Stadtfeste oder weitere Veranstaltungen.
Neben der Bereitstellung des Platzes unterstützt die Verwaltung bei allen planerischen Themen, insbesondere erforderlichen Baugenehmigungen. Je nach Rahmenbedingung stellt sie zudem Haushaltsmittel für die ersten Rohcontainer bereit oder wirbt dieser Mittel über öffentliche Fördergelder ein. Wir von FlexCity stehen hierbei jederzeit beratend zur Seite.
Der Ausbau der Rohmodule erfolgt in Kooperation mit der lokalen Wirtschaft, oftmals in Form von Sponsoringleistungen oder Kooperationen. Die beteiligten Unternehmen erhalten im Gegenzug sympathische Vermarktungsmöglichkeiten (insbesondere in den sozialen Netzwerken) sowie einen lebendigen Showroom für ihre Produkte und Dienstleistungen mitten in der City.
Für die Koordination dieser Tätigkeiten können auch die großen Rahmenorganisationen wie die Handwerkskammer, die Kreishandwerkerschaft oder auch die Industrie- und Handelskammer mit eingebunden werden. So stellt der Ausbau insbesondere für das Handwerk spannende Möglichkeiten dar, um auf die Attraktivität dieses Berufsfelds aufmerksam zu machen.
Durch die Einbindung der lokalen Wissenschaftsstruktur können Kosten reduziert und spannende Anwendungsfälle generiert werden. Dabei verstehen wir den Wissenschaftsbegriff durchaus weit, so dass je nach Region Universitäten und Hochschulen, aber auch weiterführende Schulen aktiv in diesen Prozess mit eingebunden werden können. So können exemplarisch Studierende der Architektur Planungen und Visualisierungen vornehmen, aus den Ingenieurswissenschaften sind spannende Experimentierformen für erneuerbare Energien denkbar und die Geisteswissenschaften können in moderne Beteiligungsformate oder auch die Evaluation mit eingebunden werden.
Die neu geschaffene Infrastruktur wird nach Fertigstellung gemeinnützigen Vereinen, Organisationen und Initiativen für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt. So werden engagierte Menschen mit modernen Räumlichkeiten und einer guten technischen Ausstattung gefördert und in ihrem Einsatz bestärkt. Oftmals bestehen spannende und innovative Angebote, werden aber aufgrund ihrer Lage oder fehlender Möglichkeiten für das Marketing nicht hinreichend wahrgenommen und genutzt.
Durch FlexCity rücken die Angebote mitten ins Zentrum der Stadtgemeinschaft. Zudem ergeben sich durch die Bündelung am Standort neue Netzwerke und Synergieeffekte.
Betrieb im 3-Säulen-Modell
Für den späteren Betrieb haben wir in unserem Pilotprojekt ein 3-Säulen-Modell aus Kommune, gemeinnützigem Verein und einer professionellen Eventagentur entwickelt.
Die Kommune stellt den Marktplatz einem gemeinnützigen Verein kostenlos zur Verfügung. Sie sichert zudem vor allem in der Startphase die Finanzierung des laufenden Betriebs in Form von Platzreinigung, Strom, Wasser, Versicherungen und Reparaturen, deren Kosten zu einem Großteil auch ohne aktive Bespielung anfallen würden. Perspektivisch sollen die urbanen Dörfer kostenneutral betrieben werden.
Die Rechtsform des gemeinnützigen Vereins ist in Deutschland weit verbreitet und etabliert. Der Verein kann eigenständig Fördermittel und Spenden einsammeln und so zur Weiterentwicklung des Platzes beitragen. Er koordiniert den Ausbauprozess der modularen Strukturen und organisiert gemeinnützige Angebote, die von weitgehend Ehrenamtlichen geleistet werden können.
Darüber hinaus verantwortet er die Vermietung und Verpachtung von Flächen.
Für die Koordination dieser Tätigkeiten können auch die großen Rahmenorganisationen wie die Handwerkskammer, die Kreishandwerkerschaft oder auch die Industrie- und Handelskammer mit eingebunden werden. So stellt der Ausbau insbesondere für das Handwerk spannende Möglichkeiten dar, um auf die Attraktivität dieses Berufsfelds aufmerksam zu machen.
Insbesondere bei der Organisation von größeren Veranstaltungen stoßen Ehrenamtliche schnell an ihre Grenzen, insbesondere im Hinblick auf gestiegene Auflagen sowie immer schwerer zu kalkulierende Resonanz. Als dritte Säule soll daher die Zusammenarbeit mit einer professionellen Eventagentur etabliert werden, sofern das Stadtmarketing diese Rolle nicht selbst übernehmen kann.
Die Eventagentur bekommt im Mittelteil des Platzes eine dauerhaft freibleibende Event- und Activityfläche für die eigenen Angebote zur Verfügung gestellt, zudem sollen die urbanen Dörfer mit einer festen Bühne im Modulbau ausgestattet werden, um Kosten für Veranstaltungen zu senken. Idealerweise übernimmt die Agentur auch den Betrieb eines Gastro- und Eventcontainers, um von den Synergieeffekten zu profitieren. Die Einnahmen aus der Vermietung/Verpachtung der Fläche werden für die Finanzierung der Betriebskosten durch den Verein genutzt.